KannstDuMichSoBerühren_HDoepke_2026

TEXTIL
135x180cm
2026

In Filmen und Büchern, im Aufklärungsunterricht, in Pornografie und in unseren eigenen Erfahrungen dominiert ein Verständnis von Sexualität, das sich am männlichen Begehren orientiert – mit dem männlichen Orgasmus als erzählerischem und praktischen Höhepunkt. Dieses penetrationszentrierte Paradigma prägt gesellschaftliche Vorstellungen von Lust. Weibliche Sexualität bleibt dabei oft ein Dunkelfeld. 

Viele Mädchen und Frauen wachsen mit dem Gefühl auf, dass ihre eigene Lust zweitrangig oder schwer zugänglich sei. Häufig fehlt es an Wissen über den eigenen Körper, an Sprache für Bedürfnisse und an Sicherheit im Setzen von Grenzen.

Der Satz „Kannst du mich bitte so berühren?“ steht für das Bewusstsein eigener Lust und für die aktive, konkrete Artikulation eines Begehrens. Die Bitte ist zugleich selbstbewusst und verletzlich – sie verschiebt die Dynamik von passivem Erleben hin zu aktiver Gestaltung. Weibliche Lust darf benannt, eingefordert und gefeiert werden.

Inspiriert ist die Arbeit vom Berührungsspiel „Wheel of Consent“ der Ergotherapeutin Dr. Betty Martin, das sich mit Einvernehmlichkeit, Bedürfniswahrnehmung und klarer Kommunikation körperlicher Wünsche auseinandersetzt.

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SoBerühren_HDoepke_2026_5